Wann:
2. Juli 2018 – 8. Juli 2018 ganztägig
2018-07-02T00:00:00+02:00
2018-07-09T00:00:00+02:00
Wo:
Krakau und Auschwitz
Preis:
early bird bis 30.4.2018: 1050,-€, sonst 1100,-€
Dozent/in:
Hilde Gött, Yaacov Naor, Elinor Zalmoa-Bolag, Manfred Jannicke
+49302629860
Spuren des Holocaust in der Gegenwart @ Krakau und Auschwitz

Das Krakau-Auschwitz Psychodrama – Projekt ist für und über uns alle.

Es handelt von dem Zusammenspiel der beiden Seiten in uns: dem Opfer und dem Täter.

Das Projekt ist ein Psychodrama- Ausbildungsprojekt für Multiplikatoren. Es ist ein dynamischer, aktiver und offener Gruppenworkshop, der die Methoden des Psychodrama und Soziodrama nutzt, um den Spuren des Holocaust in der Gegenwart zu begegnen. Wir werden die verschiedenen Arten der Internalisierung von Erfahrungen in den Rollen des Täters und des Opfers untersuchen. Diese Erfahrung kann zu einer Begegnung mit „dem Anderen“ und „dem Fremden“ führen. Wobei wir nicht das Ziel der Vergebung oder der Versöhnung anstreben, sondern einen Dialog eröffnen wollen, durch den einige Wunden heilen können.

Dieses besondere Projekt ist offen sowohl für Psychodrama-Auszubildende und Multiplikatoren, die ihr Verständnis und Wissen vertiefen wollen als auch für andere, die an dem Thema „Spuren des Holocaust in der Gegenwart“ sowie an der „Begegnung mit dem Anderen und dem Fremden“ interessiert sind. Es wird keine Vorerfahrung in Psychodrama verlangt.

Frieden ist nicht das Fehlen von Konflikten. Unsere professionelle Arbeit ist dem Lernen gewidmet, wie man mit Konflikten leben kann. Anstatt unsere nicht eingestandenen Schattenseiten auf andere zu projizieren, glauben wir, dass es wichtiger und effektiver ist, in uns selbst dem Feind zu begegnen.

Wir wählten das Galizische Jüdische Museum in Krakau und das Dialogzentrum in Oswiecim (Auschwitz) als Arbeitsstätten, weil sie eine starke symbolische Bedeutung für die
Vergangenheit in der Gegenwart haben.

Das Krakau-Auschwitz Psychodrama Projekt ist eine europaweite Veranstaltung, organisiert von PIfE und offen für Teilnehmer aus europäischen und außer-europäischen
Ländern und Kulturen. Die Sprache im Seminar wird Englisch mit Übersetzungen in die notwendigen Sprachen sein.

Die Leiter der Sommerakademie sind lebende Beispiele des Erfolges dieses Dialogs. Sie waren beteiligt an der Schaffung eines psychodramatischen Raumes für Begegnung zwischen Juden und Deutschen der Nachkriegsgeneration.

Das Krakau-Auschwitz Psychodrama Projekt findet im Anschluss an das jüdische Kultur-Festival in Krakau .


Struktur des Seminares

Montag der 2. Juli 2018
19:00-22:00 Einführungsveranstaltung, Galizisches Jüdisches Museum, Krakow

Dienstag, der 3. Juli 2018
9:00-12:00 Rundgang in Kazimirz, Krakow
14:00-19:00 Psychodrama – Sitzung im Galizischen Jüdischen Museum Krakau
19.00 Freier Abend

Mittwoch der 4. Juli 2018
9:00 Zugfahrt nach Oswiecim
12:00-17:00 Besuch von Auschwitz I.
19:00-22:00 Psychodramasitzung in Oswiecim

Donnerstag der 5. Juli 2018
9:00-17:00 Besuch in Birkenau.
19:00- 22:00 Psychodrama Sitzung

Freitag der 6. Juli 2018
9:00-17:00 Rituale in Birkenau
19:00-22:00 Psychodrama Sitzung

Samstag der 7. Juli 2018
9:00 Zugrückfahrt nach Krakau
15:00- 21:00 Abschlusssitzung – Psychodrama – Galizisches Jüdisches Museum

Sonntag, der 8. Juli 2018- Abreise


Leiter:

HILDE GÖTT- geboren in Rumänien als Enkelin von SS-Mitgliedern, deren Frauen nach Sibirien deportiert wurden.
MSc. Psychotherapie, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Sie ist zertifizierte Trainerin und Supervisorin am Psychodrama Instituts für Europa e.V. (PIfE) und DGSv. Sie unterrichtet und supervidiert seit mehr als 25 Jahren in Deutschland und Europa. Mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen arbeitet sie im Bereich Trauma, häusliche und politische Gewalt.

YAACOV NAOR- geboren in Deutschland in einem DP-Lager von Eltern, die beide Holocaust-Überlebende sind.
M.A C.A.G.S T.E.P –Gründer und Leiter von ISIS Israel-Psychodrama and Intermodal Expressive Arts Therapy Center in Tel-Aviv. Er ist zertifizierter Therapeut, Trainer und Supervisor in Psychodrama and EAT. In diesen Bereichen unterrichtet und bildet er seit 30 Jahren sowohl in Europa als auch in USA, Kanada, Australien und Israel aus.

ELINOR ZALMONA-BOLAG – in Israel als Enkelin polnischer Immigranten geboren. Die Eltern, Schwester und Bruder der Großmutter wurden zusammen mit den meisten Juden des Stettels im Wald bei Konin in Polen ermordet.
Sie hat Anthropologie und Theater an der Hebrew Universität in Jerusalem studiert und ist zertifiziert als Psychodramatikerin. Sie arbeitet mit Kindern und deren Eltern als Gruppenleiterin im klinischen, sozialen und pädagogischen Bereich und ist Mutter von vier Töchtern.

MANFRED JANNICKE- 1965 in Berlin/ in eine Familie geboren, die zur einen Hälfte aus Nazis/Wehrmachtsangehörigen und zur anderen Hälfte aus überlebenden Sozialist*innen und Kommunist*innen bestanden hat (3. Generation).
Dipl.Soz.Pädagoge. Leiter einer diakonischen Organisation zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Psychodramaleiter(DfP/PIfE), Krankenpfleger, Vater von zwei Kindern.


Beiträge:

Die Beiträge enthalten:
50 Stunden Ausbildung,
3 Übernachtungen in Krakau, 3 Übernachtungeng in Oswiecim
Vollverpflegung
Zugfahrten Krakau – Oswiecim – Krakau

Bezahlung vor 30.04.2018 1050. – €
Bezahlung ab 1.05.2018 1100.- €

Für TeilnehmerInnen aus Osteuropa ist eine Preisreduzierung möglich.


Ein Kooperationsseminar des Psychodrama Instituts für Europa und des Polnischen Psychodrama Instituts.