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"Am Anfang war die Begegnung."
Moreno, 1973
Psychodrama schafft mit seinen spielerisch-kreativen Voraussetzungen, sich unterschiedlichste Lebenssituationen zu vergegenwärtigen und wiedererlebend neue Entwicklungsmöglichkeiten zu erschließen.
Ursprünglich als effektive Methode der Psychotherapie im Einzel- und Gruppensetting entwickelt, lassen sich mit seiner großen Vielfalt psychodramatischer Techniken unterschiedlichste soziale Prozesse untersuchen, Veränderungsprozesse gezielt anstoßen und Lernprozesse intensivieren.
Es ist die szenische Auseinandersetzung mit Kindheitserfahrungen und alten Traumata ebenso möglich wie die Arbeit an Arbeitsstörungen in einem Team oder Konflikten in einer Beziehungssituation. Immer geht es um das Freisetzen von schöpferischem Potential und dem Erproben neuer Handlungsalternativen. Es werden Gruppen und Einzelnen Entwicklungsräume eröffnet, die neue konfliktlösende Einstellungen und Verhaltensweisen beinhalten.
Das Psychodrama ist eine eigenständige Therapie- und Beratungsmethode. Es ist sowohl ein tiefenpsychologisches als auch ein sozialpsychologisches Verfahren. Für Psychotherapeuten, Pädagogen und Organisationsentwickler eröffnen sich neue persönliche und berufliche Entwicklungsräume. In sozialen, therapeutischen und anderen Arbeitsfeldern können neue Einstellungen, Verhaltensweisen und Konfliktlösungen erarbeitet werden. Darüber hinaus eröffnet das Psychodrama Wege für dynamische Entwicklungsprozesse, fördert Wahrnehmungs-, Wachstums- und Reifungsprozesse. Es schafft mit seinen spielerisch-kreativen Möglichkeiten die Voraussetzungen, sich Lebenssituationen zu vergegenwärtigen und im Wiedererleben zugleich neue Entwicklungswege zu erschließen.
Mit den spezifischen Techniken des Psychodramas lassen sich unterschiedlichste Lebenssituationen ebenso wie das soziale Geschehen in der Gruppe, Organisation und Gesellschaft erfahrbar und veränderbar machen.
Soziometrie ist eine Methode, die die "Wahrheit der Gruppe", d.h. ihre emotionale Tiefenstruktur, offenlegt. Sie ist ein wichtiges Instrument des Psychodramas und im Zusammenhang der Arbeit mit Gruppen von J. L. Moreno entwickelt worden.
In der Arbeit mit Gruppen ist es für die Leitung wichtig und notwendig, das Netzwerk der Verbindungen zwischen den Teilnehmern wahrnehmen zu können, um Gruppenprozesse zu verstehen und entsprechend zu intervenieren. Wer wählt wen für was, welche Rollen nehmen die Einzelnen im Beziehungsgefüge der Gruppe ein, welchen Einfluß haben oft nicht bewußte Sympathien und Antipathien?
Diese Fragen werden mit Hilfe soziometrischer Methoden bearbeitet und für den Gruppenverlauf nutzbar gemacht.
In Morenos Welt- und Menschenbild wird das Schicksal des einzelnen, von Gruppen und Gesellschaften als veränderbar angesehen. Moreno geht davon aus, daß in jedem Menschen ein kreatives Potential vorhanden ist, aber dies oft nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Das Psychodrama hilft, diese Potentiale zu entdecken und zu entfalten Der triadische Ansatz Morenos umfaßt neben dem Psychodrama die Gruppentherapie und die Soziometrie. Moreno gilt als einer der Begründer der Gruppentherapie. Durch soziometrische Verfahren werden soziale und Beziehungsstrukturen in einer Gruppe sichtbar gemacht und darüber hinaus gesellschaftliche und politische Dimensionen erschlossen.